Motorsport

 

 Bergrennen: Kaum ein Fehler bleibt ohne Folgen

Vernünftige Menschen setzen VW, Opel oder BMW für diesen Sport ein. Autos für die es ein nahezu unbegrenztes Angebot an Möglichkeiten gibt was die Teileversorgung oder den allgemeinen Erfahrungsschatz betrifft. Autos, die vom Gesamtpaket sehr gut geeignet sind um sportlich auf den kurvenreichen Strecken unterwegs zu sein. Ein Golf I, C-Kadett oder E30 Coupé bringen schon gute Voraussetzungen mit, die ein Transaxle-Alfa nur begrenzt zu bieten hat: geringes Grundgewicht, vergleichsweise kurze Radstände, einfache Technik.

Warum also machen wir das? Warum gibt es immer wieder Menschen, die auch Transaxle-Alfas für sich entdecken und diese dann auch im Motorsport einsetzen? Liegt es an dem Mythos, an dem Reiz an exotischen Dingen zu denen zweifelsfrei eine Giulietta oder ein 75er gehören? Liegt es am unverwechselbaren und für damalige Verhältnisse gewagtem und ausdrucksstarkem Design der Modelle? Ist es der sonore und kraftvolle Klang bei niedrigen Drehzahlen und hoher Last und das Schreien der 4Zylinder-Motoren bei hoher Drehzahl? Oder sind es gerade die Dinge solcher Alfas die dem Fahrer schlaflose Nächte bereiten, die Macken die dem Auto ein gewisses Eigenleben verleihen?

Es ist mit Worten nicht zu erfassen. Man trägt das Alfa-Gen in sich oder eben nicht. Erst wenn man das Gesamtpaket erlebt und fühlt stellt sich an guten Tagen dieses Hochgefühl ein. Für mich sind es nur kurze Momente die eine tiefe Zufriedenheit in mir auslösen. Der Klang. Das Runterschalten vor der Kurve was mit geübtem Gas-Brems-Fuß trotz Hakelgetriebe zu einem geschmeidigen Erlebnis werden kann. Das stabile und dadurch souverän wirkende Verhalten des Autos in der Kurve. Das erneute Beschleunigen durch den gesamten Drehzahlbereich. Das Zusammenspiel der Dinge macht für mich den Reiz aus. Gefühle spielen eine große Rolle. Ein pragmatisch-funktioneller Mensch mit ehrgeizigen sportlichen Zielen sollte sich eins der drei oben genannten Fahrzeuge aussuchen.

Warum Bergrennen? Für mich ist ein Alfa auf Landstraßen zwischen Wiesen und Wäldern zu Hause und Bergrennen werden auf Landstraßen in sehr schöner Umgebung ausgetragen. Zudem werden nur wenige Kilometer gefahren so dass der Verschleiß überschaubar bleibt. Es wird gegen die Uhr gefahren und ein Unfall  kann fast immer dem Fahrer zugerechnet werden. Die Strecken verfügen nicht über Auslaufzonen so dass die Gefahr auch einen zusätzlichen Reiz bietet. Deswegen muss diese kurze Distanz mit voller Konzentration zurückgelegt werden. Noch enger ist es nur bei der Rallye, bei der ich gerne zuschaue. Was kann schöner sein als das Gebrüll eines gut laufenden Stratos in den Wäldern?

 

 

Hier eine Mitfahrgelegenheit im Gruppe G 75er beim Bergrennen am Hauenstein/Rhön in 2010